Home InternationalGerman Internet der Dinge oder wie das anwendungszentrierte Netzwerk entsteht

Internet der Dinge oder wie das anwendungszentrierte Netzwerk entsteht

Es ist mehr als der sprichwörtliche Kühlschrank, der einen daran erinnert, Milch zu kaufen. Es verspricht, alles und jeden zu vernetzen, und es ist das Buzzword des Jahres: das Internet der Dinge (IoT). Es ist in aller Munde. Nimmt es die von der Gartner Group vorhergesagte Entwicklung, wird es allgegenwärtig sein. Marktanalysten prognostizieren für 2020 einen ökonomischen Gesamtmehrwert von 1,9 Billionen US-Dollar (1,4 Billionen Euro). Die Zahl der vernetzten Geräte soll auf 26 Milliarden steigen, während die von Unternehmen gemanagten Datenmengen um den Faktor 14 steigen sollen.

Vereinfacht gesagt umfasst IoT jeden Endpunkt im Internet und in privaten Netzen sowie die Server, über die sich diese zentralen Systeme in der Private oder Public Cloud verbinden. Die Definition der Gartner Group umfasst auch Dinge, die nicht notwendigerweise direkt mit dem öffentlichen Internet verknüpft sind, sich aber über ein Netzwerk (LAN, PAN oder auch ein sogenanntes ‚body area network’) verbinden lassen können und individuell adressierbar sind.

Das Besondere an IoT ist, dass es die Vernetzung sehr weit treibt. Es umfasst zum einen spezialisierte Geräte mit Schnittstellen zur direkten Steuerung durch Menschen wie Smart-Home-Thermostate oder Blutdruckmessgeräte. Zum anderen solche ohne Mensch-Maschine-Schnittstelle wie Industriesensoren, vernetzte Kameras oder traditionelle Embedded Systeme. Diese vernetzten Geräte nehmen explosionsartig zu, was Anzahl, Standorte, Funktionen und Einsatzbereiche angeht.

IoT erhält sowohl aus dem B2B- als auch dem B2C-Umfeld Rückenwind, sehr häufig im Zusammenhang mit mobilen Anwendungen. Anwender erwarten dabei schnelle Reaktionszeiten ihrer ‚Mobile Apps’. Teilnehmer an Großveranstaltungen wie dem Berliner Marathon mit Fitness-Bändern treiben den Netzverkehr schlagartig und volumenstark nach oben. Ein dynamischer Nachfrageansturm muss in Echtzeit bewältigt werden. Eine Warehouse-Anwendung, die Arbeitskräfte im Lager „lotst“, versagt, wenn sie ‚einfriert’ oder zu langsam ist, um Standort-sensitive Datenpakete weiterzuleiten. Dafür muss die IT-Architektur hochgradig skalierbar sein.

IoT-Apps sollten jede noch so unvorhersehbare Datenmenge bewältigen können. Ohne dass Datenpakete verloren gehen, das Netz überlasten oder Server in die Knie zwingen. Gleichzeitig muss die BI-Analyse-Software die Daten in Echtzeit auswerten können. Das klingt nicht trivial, ist es auch nicht. IoT-Serverinfrastruktur und Netzwerkdesign müssen auf schnelle Antwortzeiten und leistungsstarke Servicequalität ausgerichtet sein.

Kernbestandteil von lokalen Datennetzen, Private Clouds und öffentlichen Hosting-Plattformen sollte die dynamische Anwendungsbereitstellung sein. Ein Load Balancer nimmt hier die Aufgabe eines Verteilzentrums ein, das die Pakete mit Arbeitsaufträgen an Hunderte, manchmal sogar Tausende Applikationsserver verteilt. Je nach an den Netzknoten generiertem Netzverkehr. Dieser Applikationsserver kann als Software auf einem Server im Unternehmensnetzwerk laufen. Es kann sich auch um eine virtuelle Maschine irgendwo in der Cloud handeln. Sie wird dynamisch bereitgestellt, wenn zusätzliche Ressourcen benötigt werden, und gestoppt, wenn die Nachfragespitze vorbei ist. Ein anderer wichtiger Bestandteil von IoT ist das Handling der Anwendungsperformance und der Datenbewegungen.

Moderne Load Balancer mit Funktionen für die dynamische Anwendungsbereitstellung sind extrem ausgefeilt und arbeiten in den Schichten 4 bis 7 des OSI-Modells: dem Application Layer. Diese intelligenten Load Balancer oder ADCs (Application Delivery Controller) „kennen“ die auf einem Applikationsserver betriebene Software; sie „wissen“, wie sie mit erwarteten Client-Reaktionen umgehen sollen und welche spezialisierten Dienste die IoT-Endpunkte erfordern. ADCs ver- und entschlüsseln Datenpakete, verringern die Workloads der Applikationsserver und ermöglichen es, komplexe Regeln und Bearbeitungsschemata beim gesicherten Datentransport einzuhalten.

Wer noch mehr Performance benötigt, wird die globale Lastverteilung von Servern (Global Server Load Balancing) zu schätzen wissen. Sie ermöglicht die intelligente Verteilung von Endknoten-Netzverkehr. Über Private und Public Clouds hinweg wird hier nach geografischer Nähe, Leistung oder manuell definierten Geschäftsregeln der optimale Umgang mit den Daten definiert. In virtuelle Umgebungen integriert, können moderne Load Balancer noch dynamischer in der Cloud-Infrastruktur agieren.

IoT steht erst am Anfang. Doch aufgrund der rasanten Entwicklung sollten sich Netzwerkadministratoren jetzt dafür wappnen. Sie sollten sich fragen, wie Menschen und Dinge bereits heute interagieren. Es geht darum, das Internet der Dinge zu gestalten. Jetzt und in Zukunft.

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